Hilfsschule

Die Hilfsschule im Nationalsozialismus

von Kirsten Knaack

1.1.4. Francis Galton

Die Grundlage der Rassenhygiene an sich stammt von einem Cousin Charles Darwins, Francis Galton (1822-1911), der seine Theorie „Eugenik“ betitelte. Er versuchte, die Vererbung seelischer Eigenschaften zu beweisen und beurteilte den Zustand der Menschheit als einen Niedergang der „Befähigten“ (Galton, S.367), die von den „Untauglichen, Kränklichen und Verzweifelten majorisiert“ würden (ebd., S.378).Die Bevölkerung müsse begrenzt werden und die Tauglichsten gefördert werden anstatt der Schwachen (vgl. ebd.). Dies implizierte auch die Vernichtung von ‚Minderwertigen‘. 1904 stellte er sein eugenisches Konzept in einer Vorlesung vor (vgl. Drechsel, S.98), präzisiert durch die Möglichkeit der Aufwertung und Vervollkommnung einer ‚Rasse‘.

Die eugenische Idee fand in Europa und den USA rasche Verbreitung (vgl. ebd., S.99); gestützt wurde sie von der Keimplasmatheorie August Weismanns[8] sowie den Vererbungsregeln Gregor Mendels[9] (vgl. ebd., S. 100 ff.). Die Mendelschen Regeln bestärkten die Eugeniker im „Glauben an die Vererbbarkeit aller menschlicher Eigenschaften, eben auch Schwachsinn, Kriminalität, Alkoholismus und Asozialität.“ (ebd., S.103)

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[8] Weismann (1834-1914) war der Meinung, daß sich im Zellkern ein Stoff befinden müsse, der als Träger der Vererbung fungiere, welcher von Generation zu Generation weiter gegeben werde. Dabei seien die Keimzellen vom Beginn der Entwicklung an von den übrigen Körperzellen getrennt, so dass eine Vererbung erworbener Eigenschaften nicht möglich sein konnte.

[9] Der Augustinerpater Mendel (1822-1884) entdeckte durch Pflanzenkreuzungsversuche die Homo-/ Heterozygotie sowie den dominanten/ rezessiven Erbfaktor. Mendel schlußfolgerte daraus, dass verschiedene vererbbare Eigenschaften jeweils völlig unabhängig voneinander auf die Nachkommen verteilt würden.

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